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Lichttherapie

Die Lichttherapie hat sich als sehr wirksam bei saisonabhängigen Depressionen erwiesen. Darüber hinaus wird sie auch bei anderen Depressionsformen eingesetzt, unter anderem bei der Therapie von manisch-depressiven Störungen oder auch bei der Therapie von Altersdepressionen.

 

Die Lichtquellen verfügen über eine sehr hohe Lichtintensität und umfassen das gesamte Spektrum des Sonnenlichts mit Ausnahme der UV-Strahlung. Die Wirkung wird über das Auge erzielt. Die Lichtimpulse werden über die Sehbahn in bestimmte Bereiche des Hypophysen-Hypothalamus-Pinealis-Systems geleitet, in denen sie bestimmte Neurotransmitter beeinflussen. Insbesondere soll durch das Licht im Gehirn des Menschen das Ausschütten von Botenstoffe wie Serotonin aktiviert werden.

 

Wachtherapie / Therapeutischer Schlafentzug

Die antidepressive Wirkung von Schlafentzug ist erwiesen. Es gibt Hinweise, dass die Schlafzyklen am Morgen Depressionen verstärken können. Durch Schlafentzug werden diese Zyklen unterbrochen. Zusätzlich wird auch eine gestörte Regulation des Schlafes günstig beeinflusst.

 

Das macht sich die Wachtherapie mittels eines kontrollierten Schlafentzugs zunutze. Üblicherweise bleiben die Patienten dann in der zweiten Nachthälfte wach und dürfen erst am nachfolgenden Abend wieder schlafen. Häufig wird ein Schlafentzug in Gruppen durchgeführt. Während der Nacht werden verschiedene Aktivitäten, z.B. Gesellschaftsspiele, angeboten.

 

In der Regel stellt sich die Besserung der depressiven Symptomatik am Tag nach der schlaflosen Nacht sofort ein. Auch wenn die Wachtherapie nur kurzfristig wirkt, liegt der wesentliche Effekt in der Erfahrung der Stimmungsaufhellung. Die Wachtherapie unterstützt deshalb vor allem andere Behandlungsverfahren.